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Info Autorenwerkstatt im Juni 2009

Osnabrück, Juni 2009. Zusammenkommen, um mehr über die Arbeitsweisen in anderen Theatersystemen zu erfahren und den eigenen Standpunkt zu befragen – das ist das Ziel der Autorenwerkstatt am Theater Osnabrück, die von 8. bis 14. Juni unter der Leitung von Rebekka Kricheldorf und Bernhard Studlar stattfindet. Sechs der neun Dramatiker kommen nach Osnabrück und haben hier auch Gelegenheit, bei den Proben zu ihren Stücken dabei zu sein, die im September bei Spieltriebe 3 erstaufgeführt werden.


Der Einblick in die Arbeitsweise der deutschen Regisseure und der Austausch in täglichen Diskussionsrunden soll alle Beteiligten ins Gespräch über europäischen Theatertransfer bringen. "Die Situation eines Dramatikers in Serbien ist eine andere als die eines Dramatikers in Belgien. Es ist ein wesentlicher Punkt der Autorenwerkstatt, diese Welten einander näherzubringen", so Bernhard Studlar. Zweites wichtiges Ziel ist: Gemeinsam ein Stück zu schreiben, das im September bei Spieltriebe 3 präsentiert werden soll.

Die Entstehung dieses Stücks ist für die beiden Leiter der Autorenwerkstatt ein Experiment. Bernhard Studlar will mit einer Szene beginnen, und jeden Tag soll ein Dramatiker einen weiteren Teil beisteuern, allerdings mündlich gebrieft, da die Autoren in ihrer Muttersprache schreiben können. Das gemeinsame Stück wird dann ins Deutsche und Englische übersetzt und zur Eröffnung des Festivals im September gezeigt. Natürlich spielt auch das Thema Übersetzung bei der Autorenwerkstatt eine Rolle. Was ist Übersetzen eigentlich für eine Arbeit? Und was bedeutet es, Theatertexte zu übersetzen, in denen der Sprachkontext eine andere Rolle spielt als in Prosa?

Genaueres lesen Sie in der Reportage zum Thema.

Rebekka Kricheldorf, 1974 in Freiburg im Breisgau geboren, studierte von 1995 bis 1997 Romanistik und absolvierte 2002 den Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste (UdK) Berlin. Mit ihrem Stück "Die Ballade vom Nadelbaumkiller" wurde sie 2005 zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Ihre Stücke liegen teils auch auf Spanisch, Englisch und Französisch vor. Sie selbst hat John Ford und John Webster ins Deutsche übersetzt. Am Theater Osnabrück kamen ihre Stücke "Schneckenportrait" und "Der Kopf des Biografen" zur Uraufführung.

Bernhard Studlar, 1972 in Wien geboren, ist Autor zahlreicher Theaterstücke. Zusammen mit Hans Escher hat er 2005 die Wiener Wortstaetten gegründet, ein interkulturelles Autorentheaterprojekt, das die Auseinandersetzung und Vernetzung zwischen AutorInnen fördert. Ziel ist es, ausgehend von in Wien lebenden, aus Osteuropa stammenden AutorInnen, ein internationales Netzwerk zu bilden, um einen Austausch zwischen den Kulturen herzustellen und ein Zentrum für zeitgenössische europäische Dramatik in Wien zu etablieren. Bernhard Studlar arbeitet auch als Übersetzer und Hörspielautor. Im Sommersemester 2009 unterrichtet er an der UdK im Studiengang Szenisches Schreiben, den er 2002 absolviert hat.

(sik)

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